Ihr-Recht-Blog

30. Juli 2018

BArbG zur Abrundung von Urlaubstagen

Das Bundesarbeitsgericht hat mit Urteil vom 8.5.2018, Az. 9 AZR 578/17 noch einmal darauf hingewiesen, daß nach seiner ständigen Rechtsprechung ohne eine gesonderte Rundungsvorschrift eine Rundung von Bruchteilen von Urlaubstagen nicht in Betracht komme (vgl. zuletzt BAG 23. Januar 2018 – 9 AZR 200/17 – Rn. 30 ff.).

In dem der Entscheidung zugrundeliegenden Sachverhalt hatte die Klägerin hat – soweit für die Revision von Bedeutung – beantragt, die Beklagte zu verurteilen, ihr in Erfüllung ihres Urlaubsanspruchs für das Jahr 2016 weitere 0,15 Arbeitstage Urlaub zu gewähren. Die Beklagte hat die Abweisung der Klage u. a. mit der Begründung beantragt, Urlaubsansprüche, die sich auf einen Bruchteil von weniger als 0,5 beliefen, seien auf volle Arbeitstage abzurunden.

Dem ist das BArbG nicht gefolgt. Weder das BUrlG noch der vorliegend relevante MTV enthalten eine solche Rundungsregelung. Soweit die Beklagte für die Auslegung des MTV in erster Linie auf Praktikabilitätserwägungen abstellt, sind diese nicht maßgebend, da sie im Wortlaut der Tarifvorschrift keinen Niederschlag gefunden haben, so der Senat.

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